HOME
  FORUM
  CHAT
  FRAGE DER WOCHE
  PROBLEME
  INFORMATIONEN
  KUNST
  GÄSTEBUCH
  IMPRESSUM
Home >> Informationen >> Beschneidung

Beschneidung

Die Beschneidung ist ein Thema, über welches man auch in unserer aufgeklärten Welt noch nicht allzu viel weiß. Uns fällt dazu eigentlich nur ein, dass die Vorhaut der Penises durch einen chirurgischen Eingriff entfernt wird. Dies hat in unterschiedlichen Teilen dieser Welt unterschiedliche Gründe. Während in der moslemischen und jüdischen Religion die Beschneidung einen festen Bestandteil des Glaubens bildet, so sind Beschneidungen aus hygienischen Gründen nur noch in 3 Hauptregionen zu finden: Die USA, Kanada und Australien. In den USA wurde die Beschneidung ca. Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt, ist aber heute auf dem absteigenden Ast. In Kanada sind die Krankenkassen in der Zwischenzeit sogar schon soweit gegangen, dass sie für eine routinemäßige Beschneidung nicht mehr zahlen.
Historischer Hintergrund der Beschneidung ist, wenn man geschichtlichen Texten Glauben schenken darf, u.a. die Unterlassung der "teuflischen Onanie". Heutzutage gibt es keinen außerreligiösen Grund mehr, sein Kind oder sich selbst beschneiden zu lassen, ohne dass eine Krankheit oder ähnliches vorliegt.

Was geschieht eigentlich bei der Beschneidung?

Bei der Beschneidung wird die männliche Vorhaut voll oder teilweise durch einen operativen Eingriff entfernt. Der Zweck dieser Vorhaut, welche die Eichel umschließt ist, diese vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Während dieser Eingriff bei neugeborenen Kindern noch relativ unproblematisch von statten geht, so stellt sich bei Erwachsenen das Problem, dass die Vorhaut gut durchblutet ist und deswegen evtl. Komplikationen durch starke Blutung auftreten können. Dennoch ist der Eingriff im Regelfall aber mit keinem grossen Risiko verbunden und kann sogar unter lokaler Betäubung vollzogen werden. Auch ein stationärer Aufenthalt ist nicht vonnöten, jedoch kann die völlige Ausheilung bis zu drei Monate in Anspruch nehmen.

Ist eine Beschneidung notwendig?

Die Notwendigkeit einer Beschneidung aus hygienischen Gründen konnte bis dato nicht von Wissenschaftlern nachgewiesen werden. Viele glauben jetzt, dass die Ablagerungen, welche sich unter der Vorhaut bilden (das sog. Smegma) eine gesundheitliche Gefährdung darstellen. Doch auch hier kann Entwarnung gegeben werden! Es ist zwar richtig, dass diese Ablagerungen eine beliebte Brutstätte für Bakterien darstellen, jedoch ist diesem mit regelmäßigem Waschen des Penises zu begegnen und stellt somit keine Gefahr dar.
Dennoch gibt es auch medizinisch notwendige Gründe, in welchen es sich eine Beschneidung empfiehlt, so zum Beispiel bei einer Verengung der Vorhaut (die sog. Phimose). Leidet jemand unter solch einer Verengung, so lässt sich die Vorhaut nur unter Schmerzen bzw. gar nicht mehr zurückziehen. Auch der Geschlechtsverkehr bereitet solchen Leuten Schmerzen. In solchen Fällen kann man natürlich nicht mehr die notwendige Reinigung des Penises durchführen und auch die Gefahr eines Risses der Vorhaut besteht. Die Narben, welche bei einem Riss entstehen verstärken die Verengung noch mehr.
Beschneidungen welche aufgrund solch einer Phismose durchgeführt werden, werden von den Krankenkassen bezahlt. Beschneidungen aus religiösen oder ästhetischen Gründen kosten dem Patienten bis zu DM 900 (Quelle AOK 01/99)

Können Beschnittene länger?

An dieser Stelle gilt es ein Vorurteil oder auch einen Mythos aus der Welt zu schaffen. Es hält sich nämlich das Gerücht, dass beschnittene Männer ausdauernder bei Sex sind. Es gibt zwar keine Untersuchungen zu diesem Thema, jedoch konnten Experten, welche von der AOK befragt wurden diese Aussage nicht bestätigen. Es ist zwar richtig, dass die Eichel durch das Wegfallen der Vorhaut abstumpft und dadurch reizunempfindlicher wird, jedoch ist es fraglich, ob diese Tatsache alleine ausreicht, die sexuelle Ausdauer zu erhöhen. Beschneidungen aus diesem Motive heraus sollten vorher gründlich überlegt werden

Kann eine Beschneidung wieder rückgängig gemacht werden?

Dieses Problem stellt sich mehr und mehr amerikanischen Männer, welche immer öfter unter ihrer Beschneidung leiden. Und da Not ja bekanntermaßen erfinderisch macht entstanden die abenteuerlichsten Konstruktionen, welche die Reste der Vorhaut über mehrere Monate so in die Länge ziehen, bis sie wieder die gesamte Eichel umschließen. Beim Scheitern dieser Methode kann dann nur noch die plastische Chirurgie helfen, einen Vorhautersatz anzunähen.


Quelle dieses Artikels: Internetseiten der Allgemeinen Ortskrankenkassen, AOK im Dezember 1998