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Eifersucht

Mit wem hat er telefoniert? Warum kommt sie so spät von der Arbeit? Liebt er vielleicht eine andere? Wenn eingebildete Rivalen die Beziehung bedrohen, wird das Leben und damit die Beziehung zur Hölle.

Global gehört Eifersucht zu den wichtigsten Tötungsmotiven und gilt als häufigster Scheidungsgrund. Der Terror der Gefühle durchzieht die verschiedensten Kulturen, alle Schichten und macht vor keinem Bildungsgrad halt. Einer repräsentative Umfrage in Deutschland zufolge leiden 77 % der Frauen und 80 % der Männer an Eifersucht. Ungefähr ein Drittel aller deutschen Männer und Frauen bezeichnen sich sogar als extrem eifersüchtig.

Nicht erst die tatsächliche Untreue ruft Eifersucht auf den Plan. Ein harmloser Flirt, ein vager Verdacht oder bedeutungslose Kleinigkeiten, die der Partner sagt, können eine Lawine eifersüchtiger Reaktionen auslösen. Im Inneren herrscht ein Gefühlschaos aus Angst, Hilflosigkeit, Rachegelüsten und Minderwertigkeit. Anschließend beginnen die Gedanken unaufhörlich zu kreisen. Bloße Hirngespinste erscheinen als real. Man konzentriert sich nur noch auf das Eine. Man hat eine geistige Leere. Böse Unterstellungen lassen sich nicht aus dem Kopf verbannen. Kein Wunder, wenn eines Tages die Fetzen fliegen und das Porzellan dran glauben muss.

Von der Angst getrieben entsteht das unbezwingbare Verlangen, den Partner auf Schritt und Tritt zu kontrollieren. Problem: Wer dem Partner ständig hinterher spioniert, ist ihn nur umso schneller los, oder gibt sich der Lächerlichkeit preis. Für den Gast eines Internetforums (nicht unser Liebesforum) wurde seine Eifersucht zum Verhängnis: "Sie sagte, dass sie mich liebte, aber in diesen Augenblicken schien mir das nicht genug. Als die Beziehung dann endete, hätte ich mich ohrfeigen können. Meine Eifersucht war völlig unbegründet. Ich habe mich dafür gehasst, unsere Beziehung dadurch kaputt gemacht zu haben."

Normal oder krankhaft? Von einer krankhaften Eifersucht sprechen Psychologen, wenn sie völlig unangemessen und überzogen ist, sich auf keine reale Situation bezieht und regelmäßig in heftiger Form auftritt. Menschen, die darunter leiden, fehlte in der Kindheit meist Geborgenheit und Liebe. Ablehnung und daraus resultierende Unsicherheit führen zu einem fast unstillbaren Verlangen, der Partner möge immer für einen da sein.

Hinter "normaler" Eifersucht verbirgt sich vor allen Dingen Angst. Eifersüchtige Menschen befürchten nicht nur, von ihrem Partner verlassen zu werden, sondern auch Sicherheit und Intimität der Beziehung zu verlieren. Der Gedanke für den Partner austauschbar zu sein, wird unerträglich. Manchmal gibt sein Verhalten Anlass für diese Ängste. Häufig aber liegt das Problem bei den Eifersüchtigen selbst: Durch negative Erfahrungen neigen sie schneller zu Verlustängsten und reagieren daher eifersüchtig. Darüber hinaus tritt Eifersucht dann auf, wenn wichtige Bedürfnisse innerhalb einer Partnerschaft nicht befriedigt werden und es beispielsweise an Zuwendung oder Bestätigung mangelt. Obwohl Eifersucht eine Beziehung mitunter schwer belastet, dient sie manchmal als Warnsignal.


Anregungen für die Bewältigung der Eifersucht

Welche Ursache auch immer zu eifersüchtigem Verhalten führt, die brennende Frage bleibt: was kann man dagegen tun? In seinem Buch "Die Eifersuchtsfalle" gibt Wolf Jordan Menschen Rat, die unter extremer Eifersucht leiden.
  • Sprich mit deinem Partner über die quälende Eifersucht und deine Angst, verlassen zu werden. Dann bist du mit deinen Ängsten nicht mehr allein und dein Partner bekommt die Möglichkeit sein Verhalten zu erklären oder zu verändern. Eine Grundlage für ehrliche Gespräche kann gelegt werden. Der brodelnde Konflikt verliert seine zerstörerische Kraft.
  • Richte dich trotz deiner Verlustängste nicht nur nach den Bedürfnissen deines Partners. Finde heraus, was du dir von der Partnerschaft selbst erhoffst und nimm deine eigenen Wünsche ernst. Teile deinem Partner deine Erwartungen eindeutig mit.
  • Wehre dich gegen den Impuls, deinen Partner auf Schritt und Tritt zu kontrollieren. Versuche nicht, ihn durch solche Maßnahmen von seiner vermeintlichen oder tatsächlichen Untreue abzuhalten. Du treibst ihn damit eher weg und machst dich lächerlich.
  • Es hat keinen Sinn, den Partner im Gegenzug eifersüchtig machen zu wollen.
  • Begegne deinem Partner mit Respekt, egal wie wütend du auf ihn bist oder wie groß deine Angst ist. Führe dir die Eigenschaften vor Augen, die du an ihm liebst.
  • Werde nicht blind für die Liebeszeichen deines Partners.
Wenn du mit deinem Partner redest, wende eine bewährte Kommunikationsregel an: Benutze "Ich-Sätze". Schildere deine Sichtweise, deine Gefühle und schiebe die Verantwortung für deine Eifersucht nicht auf den Partner. Versuche herauszufinden, ob die panischen Gedanken, die dir durch den Kopf gehen, mit der Realität übereinstimmen. Manchmal entspringen sie lediglich einer blühenden Phantasie. Oft sind es nicht die Ereignisse, die eifersüchtige Reaktionen hervorrufen, sondern die Einstellung zu diesen Dingen. Bewerte Kleinigkeiten nicht über.

Auch ein schlecht ausgeprägtes Selbstwertgefühl führt schnell zu eifersüchtigem Verhalten. Wer sich unzulänglich vorkommt, neigt dazu, in einer Partnerschaft das Lebensglück zu suchen. Doch der Partner kann nicht beständig Quelle deiner Bestätigungen sein. Natürlich braucht es Zeit, ein eigenes Selbstwertgefühl aufzubauen.

Wichtig ist, dass du dich nicht über die Beziehung zu deinem Partner "definierst". Fang an, eigenen Interessen und Hobbies nachzugehen und im Bekanntenkreis Freundschaften zu pflegen. Diese Dinge können dazu beitragen, dass du in deiner Person und deinen Fähigkeiten bestärkt werden. Je mehr Erfüllung du in anderen Lebensbereichen erfährst, desto unabhängiger wirst du von Ihrem Partner - und damit auch weniger anfällig für Eifersucht.


Quelle: eVITA